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Fragen für werdende Eltern: Was ihr besprechen solltet, bevor das Baby da ist

Von der DeepDialogue-Redaktion

Fragen für werdende Eltern: Was ihr besprechen solltet, bevor das Baby da ist

Es gibt ein Zeitfenster, das viele Paare verpassen. Die Wochen und Monate vor der Geburt, in denen noch Ruhe ist, in denen ihr abends noch ein ganzes Gespräch zu Ende führen könnt, ohne dass jemand aufwacht. Genau jetzt lohnt es sich, die Dinge auszusprechen, die später im Halbschlaf zwischen Windeln und Wäsche untergehen.

Die wichtigsten Fragen für werdende Eltern drehen sich um drei Bereiche: wer nachts was übernimmt, welche Werte ihr weitergeben wollt und wie ihr als Paar sichtbar bleibt. Nicht, um alles vorher zu regeln — das geht ohnehin nicht. Sondern um zu wissen, wie der andere denkt, bevor die Erschöpfung die Antworten für euch gibt.

  • Rollen & Nächte: Wer steht auf, wer nimmt Elternzeit, wie teilt ihr die unsichtbare Arbeit?
  • Werte & Erziehung: Was soll euer Kind über Geld, Glauben, Ehrlichkeit lernen?
  • Wir als Paar: Wie bleibt ihr ein Paar und werdet nicht nur ein Eltern-Team?

Warum jetzt reden und nicht später

Nach der Geburt verschiebt sich alles. Der Schlaf, die Prioritäten, die Menge an Energie, die für ein echtes Gespräch übrig bleibt. Viele Konflikte im ersten Jahr entstehen nicht, weil Paare grundverschieden sind, sondern weil sie nie darüber gesprochen haben, was sie eigentlich voneinander erwarten. Der eine dachte, das sei doch klar. Der andere dachte das Gegenteil, genauso selbstverständlich.

Diese Fragen jetzt zu stellen ist kein Test und keine Vertragsverhandlung. Es ist eine Art, euch zu zeigen, dass ihr das gemeinsam angeht. Eine ausführlichere Begleitung durch diese Phase findet ihr in unserem Leitfaden bevor das Baby kommt — hier bekommt ihr die konkreten Fragen, an denen ihr euch entlanghangeln könnt.

Rollen und Nächte: Wer macht was, wenn keiner mehr schläft

Das ist der Bereich, der Paare im ersten Jahr am häufigsten kalt erwischt. Nicht die große Frage nach der Erziehung, sondern die kleine: Wer steht um drei Uhr auf? Wer merkt, dass die Windeln alle sind? Wessen Karriere pausiert, und für wie lange?

Redet das durch, bevor die Müdigkeit jede Diskussion in einen Vorwurf verwandelt. Es geht nicht darum, einen perfekten Plan zu bauen, den ihr dann sowieso über den Haufen werft. Es geht darum zu verstehen, was der andere sich vorstellt — und wo eure Bilder auseinandergehen, ohne dass ihr es bisher gemerkt habt.

  1. Worauf freust du dich am meisten daran, Eltern zu werden?
  2. Was macht dir am meisten Angst daran, Eltern zu werden? Ganz ehrlich.
  3. Wie hast du dir das Elternsein vorgestellt, bevor es bei uns konkret wurde?
  4. Wie stellen wir uns die Aufteilung vor bei nächtlichem Füttern, Windeln und der täglichen Versorgung?
  5. Was ist unser Plan für die Elternzeit: Wer nimmt sie, wie lange und wie sieht es finanziell aus?
  6. Wie wird ein Baby unsere Finanzen verändern, was glauben wir, und sind wir darauf vorbereitet?
  7. Welche Geburt wünschst du dir, und wie gehen wir damit um, wenn es anders kommt?
  8. Wen wollen wir dabeihaben: im Kreißsaal, im Krankenhaus und in den ersten Wochen?
  9. Wie stellen wir sicher, dass wir „wir“ bleiben und nicht nur Eltern werden?
  10. Was macht dir Sorgen daran, wie das Elternwerden unsere Beziehung verändern könnte?
  11. Wie will jeder von uns in den ersten erschöpfenden Wochen unterstützt werden?
  12. Was für ein Elternteil hoffst du zu werden?
  13. Wie stark sollen die Großeltern auf beiden Seiten eingebunden sein?
  14. Welche Werte wollen wir unserem Kind auf jeden Fall mitgeben, das wissen wir jetzt schon?
  15. Was an deinem Leben, so wie es jetzt ist, hast du Angst zu verlieren?
  16. Wie wollen wir mit Meinungsverschiedenheiten über Erziehung umgehen, wenn sie losgehen?
  17. Welche Angst vor der Geburt selbst hast du noch nie laut ausgesprochen?
  18. Wie schützen wir nach dem Baby unsere Zeit und Nähe zueinander?
  19. Was brauchst du in der Schwangerschaft von mir, das du gerade nicht bekommst?
  20. Welches Unterstützungsnetz haben wir eigentlich, und wo sind die Lücken?
  21. Wie wollen wir die unsichtbare Denkarbeit aufteilen und nicht nur die Aufgaben?
  22. Welche Hoffnung für unsere zukünftige Familie hast du noch nie laut ausgesprochen?
  23. Wie wollen wir damit umgehen, wenn es einem von uns schwerer fällt als erwartet?
  24. Wie soll sich der erste Monat anfühlen, wenn wir realistisch sind?
  25. Welche Tradition oder welches Ritual wünschst du dir für uns als neue Familie?

Diese Fragen stammen aus unserem Deck Bevor das Baby kommt. Ihr müsst sie nicht an einem Abend abarbeiten. Nehmt euch eine pro Abend, in Ruhe, und lasst sie wirken.

Der einfachere Weg

Diese Fragen jeden Abend aufs Handy — eine nach der anderen.

DeepDialogue stellt euch jeden Abend eine Frage wie diese. Jeder antwortet verdeckt auf dem eigenen Handy, dann deckt ihr gemeinsam auf. Zum Launch komplett kostenlos.

Werte und Erziehung: Wovon ihr noch nicht wisst, dass ihr uneins seid

Bei den praktischen Dingen merkt ihr schnell, wenn ihr verschiedener Meinung seid. Bei den großen Werten ist das tückischer. Ihr habt euch verliebt, ohne je darüber zu sprechen, was euer Kind über Geld glauben soll, wie ihr mit Religion umgeht oder wo für euch die Grenze zwischen Ehrlichkeit und Schutz liegt.

Diese Themen tauchen selten vor der Geburt auf. Sie kommen später, mitten im Alltag, wenn plötzlich eine Entscheidung ansteht und ihr feststellt, dass ihr von völlig unterschiedlichen Grundannahmen ausgeht. Es hilft, die Landkarte vorher zu kennen — nicht, um jetzt schon alles festzulegen, sondern um zu wissen, wo ihr euch trefft und wo ihr noch verhandeln müsst.

  1. Wenn unser Kind nur drei unserer Werte übernehmen würde, welche drei sollen es sein?
  2. Wie willst du mit Religion oder Spiritualität im Leben unseres Kindes umgehen?
  3. Was soll unser Kind über Geld glauben?
  4. Wie sollten wir mit unserem Kind über den Tod sprechen, wenn das Thema aufkommt?
  5. Was bedeutet Ehrlichkeit in unserer Familie, und wo liegen ihre Grenzen?
  6. Wie soll unser Kind über Menschen denken, die anderes glauben als wir?
  7. Was soll unser Kind über das Scheitern verstehen?
  8. Wollen wir unser Kind mit einem bestimmten Glauben erziehen, ganz ohne, oder mit der Freiheit zu wählen?
  9. Was soll unser Kind über harte Arbeit im Vergleich zu Talent wissen?
  10. Wie soll unser Kind mit Geld umgehen, egal ob wir gerade viel oder wenig davon haben?
  11. Was soll unser Kind über den eigenen Körper und den eigenen Wert glauben?
  12. Wie gehen wir damit um, wenn unser Kind eine Frage stellt, auf die wir keine Antwort wissen?
  13. Welche Rolle sollen Großzügigkeit und Geben in unserer Familie spielen?
  14. Was soll unser Kind über richtig und falsch verstehen, und woher kommt das für dich?
  15. Wie soll unser Kind über Erfolg und Ehrgeiz denken?
  16. Was soll unser Kind über den Umgang mit Geld lernen: Sparen, Ausgeben, Verdienen?
  17. Wie sollten wir mit unserem Kind über Sexualität und Beziehungen sprechen, wenn es so weit ist?
  18. Was soll unser Kind über seinen Platz in der Welt glauben, klein oder bedeutsam?
  19. Wie gehen wir damit um, wenn unsere Werte mit dem kollidieren, was unser Kind woanders lernt?
  20. Was soll unser Kind über Privilegien, Fairness und Glück verstehen?
  21. Wie wichtig ist dir, dass unser Kind unsere Überzeugungen teilt, statt eigene zu finden?
  22. Was soll unser Kind über das Vergeben lernen, anderen gegenüber und sich selbst?
  23. Wie soll unser Kind über die Umwelt und den eigenen Fußabdruck denken?
  24. Was soll unser Kind über das Um-Hilfe-Bitten glauben?
  25. Wie gehen wir damit um, wenn unser Kind uns dabei zusieht, wie wir falsch liegen oder scheitern?

Es geht bei keiner dieser Fragen darum, dass einer recht behält. Es geht darum, dass ihr eure beiden Prägungen auf den Tisch legt und daraus etwas Eigenes formt. Euer Kind wird ohnehin seine eigenen Schlüsse ziehen. Aber es wächst in dem Raum auf, den ihr beide gemeinsam gestaltet.

Wir als Paar: Wie ihr euch nicht aus den Augen verliert

Das ist der Teil, den fast alle vergessen. In der Schwangerschaft dreht sich verständlicherweise viel um das Baby: die Ausstattung, der Kreißsaal, die Namen. Was dabei leicht untergeht, ist die Beziehung, die das alles überhaupt trägt.

Wir haben monatelang über das Kinderzimmer geredet und kein einziges Mal darüber, was aus uns wird.

Ein Kind macht aus zwei Menschen ein Elternpaar. Aber ihr wart ein Paar, bevor ihr Eltern wurdet, und dieses Paar verdient es, nicht zu verschwinden. Sprecht darüber, wie ihr euch Nähe bewahrt, wenn kaum Zeit bleibt. Wie ihr merkt, dass es dem anderen zu viel wird. Was ihr braucht, um euch auch als Liebende und nicht nur als Team gesehen zu fühlen.

Diese Gespräche sind kein Luxus, den ihr euch nach der Geburt gönnt, wenn mal Zeit ist. Sie sind die Grundlage, auf der ihr durch die anstrengenden Monate kommt. Ein Kind spürt sehr genau, ob zwischen seinen Eltern noch etwas lebendig ist.

Wie ihr diese Fragen wirklich nutzt

Eine Liste durchzulesen ist das eine. Sie zu einem echten Gespräch zu machen, das andere. Ein paar Dinge, die helfen:

  1. Eine Frage pro Abend. Nicht mehr. Tiefe entsteht nicht im Akkord, sondern wenn ihr einer Frage Raum gebt.
  2. Beide antworten, bevor ihr diskutiert. Erst zuhören, dann reagieren. Sonst formt sich eure Antwort schon, während der andere noch spricht.
  3. Kein Richtig, kein Falsch. Ihr sammelt gerade, wie ihr beide tickt. Bewertet wird später, wenn überhaupt.
  4. Wiederholt sie. Manche Antworten verändern sich, je näher der Termin rückt. Das ist kein Widerspruch, das ist ihr, im Werden.

Wenn ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr die vollständige Sammlung im Deck Bevor das Baby kommt, die genau für diese Wochen gemacht ist.

Wenn Fragen allein nicht reichen

Manchmal stoßen diese Gespräche auf etwas, das größer ist als eine Meinungsverschiedenheit. Anhaltende Angst vor der Geburt, das Gefühl, gar nichts zu fühlen, obwohl alle Freude erwarten, oder ein Konflikt, der immer wieder an derselben Stelle festhängt. Das ist kein Versagen und nichts, wofür man sich schämen müsste.

Wenn ihr merkt, dass ein Thema euch überfordert, sprecht mit eurer Hebamme, eurer Ärztin oder einer Paarberatung. Vorbereitung auf die Elternschaft heißt auch, zu wissen, wann man sich Unterstützung holt. Fragen öffnen Türen. Was dahinter liegt, dürft ihr auch zu zweit nicht immer allein tragen.

Häufige Fragen

Fragen, beantwortet.

Welche Fragen sollten werdende Eltern vor der Geburt klären?
Am wichtigsten sind drei Bereiche: die Aufteilung von Nächten, Elternzeit und Alltagsarbeit, eure Werte rund um Erziehung, Geld und Glauben, sowie die Frage, wie ihr als Paar verbunden bleibt. Praktische Rollenfragen sorgen erfahrungsgemäß für die meisten Reibungen und lohnen sich zuerst.
Wann ist der beste Zeitpunkt, diese Gespräche zu führen?
Ideal ist die Zeit vor der Geburt, solange ihr noch ausgeschlafen seid und ein Gespräch zu Ende führen könnt. Aber es ist nie zu spät. Auch im ersten Jahr helfen diese Fragen, wieder auf eine gemeinsame Linie zu kommen.
Müssen wir uns bei allen Fragen einig werden?
Nein. Ziel ist nicht Einigkeit, sondern Verständnis. Ihr wollt wissen, wie der andere denkt, bevor eine echte Entscheidung ansteht. Wo ihr auseinanderliegt, habt ihr dann Zeit, in Ruhe eine gemeinsame Haltung zu finden.
Wie oft sollten wir solche Fragen besprechen?
Eine Frage pro Abend reicht völlig. Regelmäßig ein kurzes, ehrliches Gespräch bringt mehr als ein einmaliger Marathon. Manche Antworten verändern sich über die Schwangerschaft hinweg, und das ist gut so.

Kostenlos zum Launch

Heute Abend: eure erste Frage.

Zwei Handys, fünf Minuten, ein Gespräch, das nicht über Logistik geht.

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